U3@AC

Hier ein kleiner Infopost zur Situation der U3 Plätze in Aachen.

Vorab nur kurz zum Hintergrund: Seit 2013 hat man einen rechtlichen Anspruch auf einen U3 Platz.

„Ein Kind, das das erste Lebensjahr vollendet hat, hat bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres Anspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege.“ (§ 24 Abs. 2 Satz 1 SGB VIII)

Frage nun: Wie viele Kinder gibt es denn in Aachen, die einen solchen Anspruch haben?

Antwort:

2012 / 2013: 6.564

2013 / 2014: 6.603

2014 / 2015: 6.593

2015 / 2016: 6.730

In Aachen will man bis 2017 eine Versorgungsquote von 50 % realisieren. (KJA vom 04.06.2013) Somit müssten wir (eigentlich) in Aachen für das kommende Kita-Jahr ca. 3.365 Plätze anbieten können. (Versorgungsquote von 50 % müsste aber erst in 2017 erreicht werden.)

Die Verwaltung geht in ihrer aktuellen Vorlage davon aus, dass „weiterhin ein Platzbedarf von rund 400 Betreuungsplätzen“ bestehen bleiben wird. Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass wir aber ca. 2.965 Plätze anbieten können sollten.

700 dieser Plätze sollen in der Kindertagespflege realisiert werden (+ 50 neue Plätze), welches dann fast 25 % ausmachen. D.h. ein Viertel aller U3 Plätze sind in der Kindertagespflege verortert. Jedoch gilt seit der Änderung des KiBiz-Gesetzes vom 01. August 2014 ein sog. Zuzahlungsverbot. Ein Betreuungsplatz in Kita und in der Tagespflege sollen gleichviel kosten (Wahlrecht der Eltern macht natürlich Sinn), deshalb dürfen Eltern Tagesmüttern/-vätern nicht etwas dazu zahlen. Bei allen neu vergebenen Plätzen greift das neue Zuzahlungsverbot. Da aber auch die Kommune (noch) nicht dafür sorgt, dass die entstandene Lücke (keine Zuzahlung bedeutet weniger Geld) geschlossen wird, werden die Kindertagespflegepersonen (KTPs) mit diesem Problem alleine gelassen. Dies führt u.a. dazu, dass der Beruf der KTP weniger interessant wird. Aber wir wollen den U3 Ausbau weiter voranbringen (50 % bis 2017 schaffen wir aber sowieso nicht sagt Verwaltung) und wenn wir nicht genügend KTPs haben, kann dieser Ausbau nicht geschafft werden.

Übrigens sind die Plätze für Flüchtlingskinder gar nicht mit eingerechnet.

Hinzu kommt die aktuell gravierende Anzahl von Flüchtlingen, die in Aachen aufgenommen bzw zugewiesen werden. Insbesondere für die zu erwartende wachsende Zahl der zugewiesenen Flüchtlingskinder im KiTa-Alter werden Betreuungsplätze geschaffen werden müssen. Leider ist es derzeit nicht möglich, eine Planungsgröße für diesen Bedarf zu ermitteln.

Noch eine Randnotiz bei dem Thema Flüchtlinge: Falls der Asylantrag einer Flüchtlingsfamilie angenommen wird, hat diese Familie auch einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz.

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